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Von der sonoren Sphäre zur Atmosphäre – Wege eines neuen Alphabets 

Die Besessenheit des Menschen sich im Alltag mit Objekten zu vereinen, mit diesen eine Paar-Ordnung herzustellen ist allgegenwärtig. Einheit thematisiert die Visualisierung dieses Begehrens. Sie nützt die sonore Sphäre, explodiert in der Interaktion zwischen Subjekt und Objekt, wagt die verbotene Beziehung zwischen Mensch und Maschine und erlaubt das tabuisierte Genießen zwischen diesen beiden. Die Arbeit wurzelt also in der sonoren Sphäre und versucht einen atmosphärischen Raum aufzubauen. Dabei wird  den Protagonisten – ob Subjekt oder Objekt – eine universelle Sprache gegeben. Entstanden ist eine Sprache, die sich aus dem Alltäglichen generiert und dessen Alphabet sich aus Klängen, Sounds, Gesten und Tanz-Codes zusammen setzt.

Am Anfangen werden Menschen von etwas umgeben was nie als Ding erscheinen kann (Sloterdijk). Sie sind zunächst die unsichtbar Ergänzten, die Entsprechenden, die Umfassten und, im Fall der Unordnung, die von allen guten Begleitern Verlassenen. Eingebettet in die sonore Sphäre nimmt das Leben seinen Lauf. Philosophisch nach dem Menschen fragen heißt an erster Stelle: Paar-Ordnungen untersuchen, offensichtliche und nicht so leicht sichtbare, solche die mit umgänglichen Partner gelebt werden, und solche, die Allianzen mit problematischen und unerreichbaren Anderen stiften. Allianzen zwischen Subjekten und Objekten, Allianzen die nach (mitunter unmöglichen) Koppelungen streben und dabei den vitalen Spannungsbogen in neue Dimensionen rücken.

Erinnern wir uns an Odysseus und die Sirenen: Das Geheimnis der Sirenen ist, genau die Lieder vorzutragen, in die sich das Ohr des Passanten hineinzustürzen begehrt. Sirenen hören heißt folglich: in den Kernraum einer intim ansprechenden Tonart eingetreten zu sein und von da an in der Regungsquelle des unentbehrlichen Klangs bleiben zu wollen. Die fatalen Sänger komponieren ihre Lieder im Ohr des Hörers. Eine solche Klangerscheinung zerreißt die triviale Zeit. Wer sie hört, muss eine neue Balance zwischen Geduld und Erregung finden; wer in ihr aufgelöst ist, kehrt so schnell nicht zurück; wer endlich zurückkehrt, weiß, dass das Leben von nun an ein Warten auf die Wiederkehr der Verse ist.

Michael Manfé

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